Deutschlandweites Pfandsystem für Coffee-to-go: RECUP

Aus (k)Einweg wird Mehrweg

2,8 Milliarden gute Gründe hat das Münchner Unternehmen RECUP, das Pfandsystem voranzutreiben – so viele Einwegbecher werden jährlich in Deutschland verbraucht. Angelehnt an das bewährte System bei PET- und Glasflaschen hat RECUP ein nachhaltiges Mehrwegbecher-Pfandsystem entwickelt: vom Becher bis zur Vermarktung.

Über 4.700 Ausgabestellen sind seit der Firmengründung im Herbst 2016 entstanden. Städte und ganze Regionen quer durch die Republik vom Bodensee bis nach Ostfriesland haben sich für das RECUP-System entschieden, um Müll durch Einwegbecher zu vermeiden und die Kosten für deren Entsorgung zu senken. Auch einige große Unternehmen wie Alnatura oder VW sind bereits Partner. Erst Mitte Januar sind mit den Shell-Tankstellen rund 1.200 Ausgabestellen hinzugekommen. Durch den neuen Partner verdichtet sich das Pfandnetz weiter, vor allem auch im ländlichen Raum. Die beiden Firmengründer Fabian Eckert und Florian Pachaly kommen so ihrer Vision von einem einwegfreien Coffee-to-go-Geschäft wieder ein Stück näher. Denn die Ökobilanz der Einwegbecher trübt den Kaffeegenuss unterwegs sehr deutlich: 110.000 Tonnen CO2 Ausstoß, 43.000 gefällte Bäume, 40.000 Tonnen Abfall, 1,5 Mrd. Liter Wasserverbrauch, 320 Mio. kWh Strom und 3.000 Tonnen Rohöl sind das ganze Ausmaß der Verschwendung, die RECUP mit seiner Mehrweg-Alternative vermeiden möchte.

Wer beispielsweise in Heidelberg, Köln oder Rostock wohnt, kann in vielen Cafés und Geschäften seinen Coffee-to-go in einem RECUP-Mehrwegbecher kaufen und hinterlegt dafür einen Euro Pfand. Zum Umweltgedanken gibt es einen als zusätzlichen Anreiz für die Kaffeeliebhaber einen Preisvorteil gegenüber dem Kaffee im Einwegbecher. Bei Shell sind das beispielsweise 20% Preisnachlass auf jedes Heißgetränk. Die leeren Becher können deutschlandweit bei allen RECUP-Partnern wieder abgeben werden, um das Pfand zurückzuerhalten. Die Becher werden dann vor Ort gereinigt und direkt wieder im System eingesetzt. RECUP selbst finanziert sich nicht über den Becherverkauf. Die Becher werden gegen die Ein-Euro-Pfandgebühr als durchlaufender Posten an die Partner weitergegeben. Diese zahlen eine monatliche Systemnutzungsgebühr, die die Verlinkung in der App, die Bereitstellung der Becherlogistik sowie die Nutzungsrechte beinhalten. Als Vorreiter für das Becherpfand in Deutschland, arbeitet RECUP eng mit Städten und Kommunen zusammen, um die Ausdehnung des Systems möglichst effizient zu gestalten. Dafür unterstützt das Unternehmen die Städte bei der Partnersuche, der Kommunikation und sogar bei der Anschubfinanzierung. Ab 30 Ausgabestellen und 25.000 Mehrwegbechern können auch individuell designte Skyline-Editionen gestaltet werden. „AHOI Usedom“, „MOIN Oldenburg“ oder „HALLO Stuttgart“ sind solche Beispiele. Für Bildungseinrichtungen, Firmenkantinen oder Betriebsgastronomen bietet RECUP außerdem individuelle Inhouse-Lösungen an.

Manche Nutzer mag sich im ersten Moment die Frage stellen, warum der RECUP-Becher aus Kunststoff ist. Doch Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff bzw. Plastik. Mit der Materialwahl hat sich das Unternehmen intensiv auseinandergesetzt und berichtet auf seiner Website transparent, wo und wie die Mehrwegbecher herstellt werden. Langlebigkeit, Umweltbilanz (Energieverbrauch und Recyclingfähigkeit) und Komfort wurden recherchiert. Polypropylen (PP) hat sich dabei als am besten geeignet herausgestellt. Produziert werden die Becher beim familiengeführten Unternehmen Adoma im Allgäu, das auch das Recycling der aussortierten Mehrwegbecher übernimmt. Bevor es aber dazu kommt, garantiert der Hersteller, dass ein RECUP-Becher mindestens 500 Mal wiederverwendet werden kann. In Tests wurden sogar bis zu 1.000 Spülgänge durchgeführt. Kürzlich wurde RECUP für sein ausgeklügeltes System von der Deutschen Umwelthilfe e. V. mit dem „Mehrweg-Innovationspreis“ ausgezeichnet. Positiv gewertet wurde dabei auch die Tankstellen-Kooperation, da dort besonders viele Wegwerfbecher im Umlauf sind, für die es jetzt eine umweltfreundliche Alternative gibt.

Mehr über das Mehrwegbecher-Pfandsystem von RECUP: recup.de

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